Karim Aga Khan IV

Es soll ja nicht nur eine Fahrradreise sein, sondern immer noch einen kulturellen Aspekt beherbergen.

Karim Aga Khan IV. britischer Ismailit, Oberhaupt der Ismailiten (1936-2025) geboren in Genf und Gründer der Aga-Khan-Stiftung eine der grössten privaten Entwicklungshilfeorganisationen weltweit baute auch ein modernes Medical Center hier in Korough. Es ist das wichtigste Spital in der ganzen Pamir Region. 

Ich durfte diese Institution von 11 Uhr morgens bis 18:00 Uhr am Abend besichtigen .

Dabei durfte ich sehr viel über die Kultur, Sprache und Kulinarik der Region erfahren. Selbstverständlich nicht gratis und nicht ganz freiwillig. Plagte mich doch mein Magen seit Dushanbe immer wieder. Gestern nach dem Pizzaessen blieb ich in der Nacht mehrere Stunden auf dem Tron sitzen. Mir wurde empfohlen die Sache abklären zu lassen. Die Vermieterin von der Lodge meinte, dass das hier zum Standard Prozedere gehöre und ich nach einer stündige „Therapie“ wieder zurück sei. Gesagt getan, brachten mich meine Kollegen ins vier Kilometer entfernte Aga Khan Medical Centre. Da warteten bereits duzende Hilfesuchende,auf eine medizinische Versorgung, nach dem Wochenende. Ich wusste nicht mal welchen Eingang ich nehmen sollte weil vieles ist auf kyrillisch angeschrieben. Maternité ist es glaube nicht. Offensichtlich sieht man mir meine Verzweiflung an und der Security fragt mich nach dem Grund für den Besuch. Kurz mein Leid geschildert, nimmt er mich zu Hand und führt mich vorbei an all den schwangeren Frauen, schreienden Babys und hilfesuchenden Müttern, zur ersten Rezeption. Dabei erfahre ich, dass er Englischlehrer ist und weitere vier Sprachen beherrscht. Er ist offensichtlich die gute Sehle des Spitals. Einen Schwatz hier, eine Auskunft dort und schon bin ich dran. Pass und Kreditkarte genügen für die Ernstkonsultation. 50 Somoni werden verden per Kartenzahlung verlangt doch meine Mastercard sagt „ne“. Die Arztgehilfin fordert eine andere Patientin auf den Betrag von umgerechnet 4.38 Fr. für mich zu begleichen und ich gebe ihr die 50 Somoni in bar. Irgendwie findet sich immer ein Weg. 

Vor dem Raum 25 warten bereits ein paar schwangeren Frauen, schreiende Babys und hilfesuchende Mütter. Weis der Geier, was der freundliche Security macht aber schon bald bittet mich Frau Dr. Azziza platz zu nehmen, immer in Begleitung meines Dolmetschers. Empfohlen wird ein Ultraschall. 

Zurück zur nächsten Rezeption vorbei an schwangeren Frauen, schreienden Babys und hilfesuchenden Müttern. Die zweite Kreditkarte funktioniert. Es werden 12.97 Fr. abgebucht. Zurück in zu Raum 29 vorbei an schwangeren Frauen, schreienden Babys und hilfesuchenden Müttern, wird Blutdruck, Gewicht und Grösse gemessen. Verdammt hab ich abgenommen! Vier Kilo weniger mit Schuhe und Kleider. 

Schnell zu Raum 23 vorbei an schwangeren Frauen, schreienden Babys und hilfesuchenden Müttern, doch die Dame vom Ultraschall hat nun Mittagspause. 

Zeit um meine Kollegen zu informieren, dass es länger geht. Ich bin etwas dehydriert. Ob es schlau ist aus dem Gemeinschaftsbecher beim Wasserspender zu trinken?

Der freundliche Security bringt Einwegbecher.

Die Spitalkatze macht sich breit und verteidigt ihren Platz über zwei Sitzplätze. Immer mehr Hilfesuchende füllen den Warteraum. Der Security mittlerweile Kayonsho genannt, erzählt mir wärend der Wartezeit viel über die Ismaeliten und ihre Glaubensrichtung sowie über die persische Kultur im Pamir, Ausbildungen des Spitalpersonals im Ausland und die Probleme im Tal. Er hat ebenfalls seine Schicht fertig, gibt mir aber seine WhatsApp Nummer für den Fall, dass der Ultraschall frei wird. Zeit um etwas über Karim Aga Khan IV zu lesen. Nach der Mittagspause bringt mich Kayonsho zum Ultraschall. Alles bestens. Zurück bei der Ärztin wird die „Therapie“ verschrieben. Ich brauche eine Infusion. Alles bestens dokumentiert. Lesen kann ich es nicht. Also weiter zur  Дорухона wo mir das Infusionsbesteck und die Medikamente übergeben werden. Immer in Begleitung von Kayonsho. Macht 3.69 Fr. 

Jetzt geht es in den Notfall wo ich für 90 Minuten am Tropf hange. Daneben Kayonsho, der für eine gestürzte Velofahrerin aus dem Baskenland, übersetzt. Zum Abschluss gibt es eine deftige Suppe mit Fleisch. 

Macht 1.99 Fr., nicht die Suppe sondern die ärztliche Versorgung. 

Ein Trinkgeld lehnt Kayonsho konsequent ab obwohl er mir noch ein Taxi bestellt. Eine gute Rezession auf Google sei ihm wichtiger. 

Vielen Dank für den hervorragenden Service.

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