Big Problem

Der Treibstoff kostet in Kirgistan etwa die Hälfte im Vergleich zu Tadschikistan. Darum hat Roland nur soviel Diesel getankt, dass es sicher bis Sary Tash reicht. Gestern haben wir bereits eine Tankstelle gefunden, die Diesel verkauft. Nicht selbstverständlich hier in Zentralasien. 

Doch als wir heute Treibstoff auffüllen möchten, hat es keinen Diesel mehr. Ein Armee Konvoi war erst kürzlich hier und hat die Fahrzeuge betankt. Wir treffen aber an der Tankstelle auf eine Gruppe Motorradfahrer aus der Schweiz welche mit einem kirgisischenn Begleitfahrzeug unterwegs sind. Der Fahrer weiss natürlich wo noch Diesel erhältlich ist. 

In einem Hinterhof saugt ein etwa 15 jähriger Junge, Diesel aus einem Fass in einen 20 Liter Konstoffkanister. 



Nach einer kurzen Preisverhandlung, verschwindet der Treibstoff im Tank des Toyota. Erstes Problem gelöst.

Ein viel grösseres Problem ist aber, dass wir kein Bier mehr haben und kein Shop in Sary Tash Piva verkauft. So versuchen wir unser Glück im nächsten Dorf. Wir haben Glück und in Sary Mogol ist jeweils am Donnerstag Markt. Es gibt dort zwar kein Alkohol, aber es werden Pferde gehandelt, Gemüse, Früchte, Kleider und Alltagsgegenstände verkauft. Endlich wieder gesundes Essen eingekauft. Doch das Bier fehlt immer noch. Wir treffen auf einen Kirgiesen der in Deutschland arbeitet und relativ gut deutsch spricht. Während wir uns mit ihm unterhalten, kommt ein aufgebrachter Franzose mit seiner Frau zu uns und bittet uns um Hilfe. 

Er hat in Bishkek ein Gas betriebenes Fahrzeug gemietet und findet keine Tankstelle für Gas. Der Tankanzeiger ist bereits im roten Bereich. Der deutsch sprechende Kirgiese meint nur: Big Problem. Die nächste Gas Tankstelle ist 140 Kilometer entfernt. Er telefoniert mit Kontaktpersonen und organisiert extra einen LKW um das Auto aufzuladen. Macht 200 €. 

Vielleicht sollte man sich vorher erkundigen, wie die Treibstoff Versorgung im jeweiligen Land ist. Sein grösstes Problem war aber sowieso nicht der leere Tank, sondern wie er nun ins Peak Lenin Bascamp kommt ohne eigenes Fahrzeug. 

Unser kleines Problem der Unterhopfung konnte schnell gelöst werden. In einem versteckten Shop finden wir doch noch Bier. 



Nun kann es losgehen ins Pik Ibn Sina (Peak Lenin) Basecamp. Wir finden einen weiteren schönen Aussichstpunkt zum besteigen. Hoch über dem Bascamp haben wir eine tolle Aussicht auf Pamir und Tienschan (Himmelsberge). Darunter die Tiefebene mit Jurten und Yakweiden.

Wir übernachten aber nicht im Basecamp sondern stellen unsere Zelte an einem kleinen See auf. Als ich mich eben auszog für ein erfrischendes Bad im See, kehrt der Wind um 180 Grad und es beginnt zu stürmen. Sofort wird es bitter kalt. Es reicht nicht einmal mehr zum kochen.

So ziehen wir uns wieder einmal ins Auto zurück um zu Jassen und hoffen, dass die Zelte dem Sturm trotzen. Gegen 20:00 Uhr sehen wir die Karten nicht mehr und ziehen uns ins Zelt zurück. Zum Glück lässt der Wind in der Nacht nach, dafür fällt wieder etwas Regen. Die Zelte sind aber, in dieser trockenen Luft, schnell wieder trocken. Nach einem wärmenden Kaffee ging es zu Fuss weiter ins höher gelegene Basecamp. Unglaublich diese Infrastrukur nur für die Bergsteiger. Seit Dushanbe hatten wir nicht mehr ein so gutes Café oder Restaurant gesehen. So gönnen wir uns ein Frühstück hinter doppelverglasten Scheiben mit Blick auf das Badislager und den Peak Lenin.

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