Reise nach Ruanda und Uganda

27.01.2018

Nun geht es endlich los ins Land der tausend Hügel.

Ich freue mich dieses Jahr mit Roli, einem Klassenkollegen, diese Reise nach Afrika unternehmen zu dürfen.

Pünktlich treffen wir uns am Flughafen.

Trotz fast einstündiger Verspätung reicht die Zeit problemlos zum Umsteigen in Istanbul.

Es ist das erste Mal, dass ich den Äquator überschreite oder besser gesagt überfliege.

Trotz einigen Turbulenzen und der Teilausfall des Unterhaltungssystems verläuft der Flug sehr angenehm. Da der Flug weiter geht nach Entebe, steigen nur wenige Passagiere in Kigali aus. Ein Glück für uns, denn die Einreise klappt im nu und keine vietel Stunde nach der Landung ist das Visum im Pass. Auch das Gepäck wartet bereits auf dem Gepäckband auf uns. Mit dem hoteleigenen Shuttlebus fahren wir eine kurze Strecke zum Hotel wo wir uns doch noch ein paar Stunden Schlaf gönnen können.

28.01.2018 Kigali

Das Frühstücksbuffet sieht tatsächlich vielversprechend aus. Gestärkt erkunden wir auf einegene Faust Kigali, was gar nicht so einfach ist denn die Stadt verteilt sich auf mehrere Hügel. So erkunden wir erst einmal den Bereich rund ums Hotel und lassen uns treiben. Es ist immer wieder ein Erlebnis in fremden Märkten einzukaufen. Alles ist sauber und die gekaufte Ware wird fein säuberlich in Papiertüten verpackt. Plastiksäcke sind nämlich im ganzen Land verboten. Am letzten Samstag im Monat wird gemeinsam durch die Bevölkerung in Fronarbeit geputzt und das war gestern der Fall.

Für wenig Geld kaufe ich mir noch eine SIM–Karte mit Datenoption für die nächsten Tagen. Diese kostet gerade Mal einen Zehntel der Roaming Gebühren die ich beim Heimprovider für Afrika zahlen müsste.

Um 14.00 Uhr lernen wir unsere Reiseleiterin Konstanze, ihren Ehepartner Niksil,Viriano unseren Fahrer, Kassim unser Bikeguide und die restlichen Teilnehmer kennen welche uns die nächsten zwei Wochen begleiten werden.

Als erstes steht eine Führung durch die Stadt Kigali auf dem Programm. Der Besuch der Genozid Gedenkstätte darf natürlich nicht fehlen, geht aber ganz schön unter die Haut. Nach einem Besuch des Kandt Hauses, mit dem angegliedertem Kleinzoo wo dieverse Reptilien Ruandas zu sehen sind, sind wir nicht mehr so sicher ob wir den Tourbus wirklich in den nächsten Tagnen nochmals verlassen wollen.

Nach der Besichtigung des Hotels Ruanda aus dem gleichnamigen Film verspüren wir ganz schön Hunger. Zusammen mit Hilde und Manfred einem österreichischen Paar aus der selben Reisegruppe gehen wir „afrikanisch“ essen. Gummiadler mit tausend Flugstunden serviert mit Chips mit und Salat. Hoffentlich halten unsere Mägen das Essen aus. Ein eindrucksvoller Tag neigt sich dem Ende zu.

29.01.2018 Kigali

Heute war früh Tagwache und bereits um 07:30 Uhr gab es Frühstück. Anschliessend stiessen weitere Teilnehmer zu unsererer Gruppe. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es auf den lokalen Markt wo allerlei Waren angeboten wurden. So ein afrikanischer Markt ist schon eindrücklich. Von bunten Tüchern über Alltagsgegenstände bis zu alllerlei Früchten und Gemüse ist hier alles zu haben . Wir erhalten durch unsere Reiseführerin immer sehr ausführliche Informationen. Am Nachmittag werden wir noch erfahren wo alle frischen angebaut werden . Vorher steht aber noch eine lange Busfahrt aus Kigali an. In Muhanga nehmen wir das Mittagessen ein. Afrikanisches Buffet. Hier begegnen wird wieder dem Gemüse vom Markt. Alles frisch zubereitet, abwechslungsreich und lecker.

Weiter geht es über duzende Hügel bis zum Startpunkt unserer ersten Wanderung. Auf schmalen, ausgewaschenen Pfaden geht es stetig auf und ab vorbei an Lehmhäuser, Agrarflächen und Köhlerhaufen immer in Begleitung von einer Horde einheimischen Kindern. Diese sind nicht aufdringlich, folgen uns aber immer ein paar Schritte hinter uns.

Die Landschaft ist sehr grün und überall wächst Mais, Maniok, Kaffee, Reis, Tee usw. viele Bauern halten auch eine Kuh, ein paar Ziegen oder Hühner. Wasser und Brennholz werden hier weit her getragen.

Am Ende unseres Trails holt uns unser Fahrer mit dem Bus wieder ab und bringt uns sicher an das Ufer des Kivu Sees wo wir in einer wunderschönen Lodge direkt am Ufer des gleichnamigen Sees übernachten. Selbstverständlich gibt es für die Einen von unserer Gruppe vor dem üppigen Nachtessen noch ein Bad im bilharziosefreien See.Am Abend zieht ein Gewitter auf und es regnet zum ersten Mal

30.01.2018 Kivu See

Der Regen hat in der Nacht nachgelassen und die Temperaturen sind angenehm über das ganze Jahr zwischen 15 und 25 Grad. Wir können also das Früstück im Freien einnehmen. Es gibt eine Menge frischer Früchte, Toast und wie immer Eier in allen Variationen, Rührei, Omlett, Spiegeleier oder gekochte Eier. Für die welche die Eiergerichte satt haben offeriere ich Toblerone und Appenzeller Biberli aus der Schweiz. Das kommt gut an.

Ab jetzt geht es mit zwei Booten über den 80 km langen und 50 km breiten Kivu See ins Grenzgebiet zu Kongo und Uganda. Wir legen einen Zwischenhalt auf einer Insel ein welche bekannt ist für ihre Fledermaus Polpulation. Hunderte von diesen Tieren hängen in den Bäumen, fliegen aber in Schwärmen aus sobald man sich ihnen nähert. Ein eindrückliches Spektakel. Die Tiere sind ein ganzes Stück grösser als die Exemplare bei uns.

Den Gipfel der Insel, die von weitem aussieht wie der Hut von Napoleon und auch so heisst, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Der Aufstieg wird mit einer schönen Rundsicht entschädigt.

Zurück auf dem Festland geht es zu Fuss weiter durch Kaffe– und Bananen Plantagen, immer begleitet von einer Horde Kinder. Es ist schon beeindruckend wie einfach die Bauern hier noch leben. Maschinen gibt es keine und schon die Kleinsten verrichten schwere körperliche Feldarbeit und tragen die schweren Wasserkanister. Unser Reiseleiterin kennt jede Pflanze, jedes Tier und erklärt uns immer ausführlich die Besonderheiten in diesem Land. So erfahren wir auch, dass Methangas über Pipelines aus dem See gefördert wird zur Elektrizitätsgrwinnung für den Grossteil des Landes.

Die Gegend um den See ist sehr vogelreich und wir sehen Falken, Bussarde, Kormorane und Eisvögel. Der See ist auch sehr fischreich was mich für das Mittagessen freut.

In Gisenyi verlassen wir das Schiff und fahren mit dem Auto weiter nach Musanze wo wir wieder in einem Hotel übernachten.

Die Reisegruppe setzt sich aus verschiedenen Teilnehmer aus verschiedenen Altergruppen zusammen. Wir verstehen uns ausgezeichnet den viele haben langjährige Reiseerfahrung und etwa die selben Ansichten vom Reisen. Es werden immer wieder Tipps und Erfahrungen ausgetauscht.

Morgen ist bereits vor sechs Uhr Aufbruch zu Dian Fossey‘s Grab.

31.01.2018 Gisenyi

Leider hat sich der Gesundheitszustand von Roli verschlechtert und er hat sich aus diesem Grund entschieden das Krankenhaus in Kigali aufzusuchen und anschliessend nach Hause zu Fliegen. Schade können wir die Reise nich gemeinsam zu Ende führen.

Für mich gehts schon früh los. Ein Gelädefahrzeug bring unsere Vierergruppe zum gemeinsamen Sammelpunkt für das Gorillatrekking, die Besteigung des höchsten Vulkanes oder eben für den Besuch des Grabes von Dian Fossey. Nach dem administrativen Ablauf geht es weiter mit dem Toyota Landcruiser auf einer holprigen Piste bis auf 2600 m.ü.M. Von nun an geht es zu Fuss bis zum Eingang des Nationalparks wo uns drei bewaffnete Solaten erwarten. Sie begleiten uns während des Aufenthalts im Park und wollen uns angeblich vor Büffeln und Waldelefanten beschützen. Der Hauptgrund liegt aber aber eher darin, dass es hier im Grenzgebiet zum Kongo immer noch Rebellengruppen aufhalten . Wir fühlen uns auf jeden Fall sicher und geniessen den Aufstieg durch den schönen Regenwald. Sollten wir Gorillas zu Gesicht bekommen dürften wir die Tiere wohl anschauen aber auf keinen Fall fotografieren. Die Gorillatour schlägt nämlich mit 1600 $ zu Buche und ein grosser Unterschied zu den 75 $ Eintritt in den Park die wir bezahlt haben. Ausser einem Reh, einem Eichhörnchen und einem überdimensionalen Regenwurm, fingerdick und ca. 30 cm lang, begegnen wir aber keinen Tieren. Trotzdem lohnt es sich die Wirkungsstätte der Gorillaforscherin zu besichtigen.

Gegen Mittag sind wir zurück bei den anderen Teilnehmern der Reisegruppe und wir machen uns auf den Weg nach Kisoro in Uganda. Der Grenzübtritt erfolgt speditiv obwohl zur Zeit gerade der Computer der Grenzstelle ausgefallen ist. Es geht aber auch in Papierform und eine halbe Stunde später sind wir in Uganda wo wir die Strassenseite und die Währung wechseln müssen. Es ist schon komisch mit einer halben Million in der Tasche zu reisen.

Das Hotel ist schnell bezogen und es soll sogar WiFi haben. Zur Zeit ist aber das Internet wieder einmal ausgefallen. Dann kauf ich mir halt in der Stadt eine SIM– Karte und nutze die Gelegenheit für eine Erkundungstour in einem mir noch fremden Land. Dirk begleitet mich ins Dorf.

01.02.2018 Kisoro (Uganda)

Heute war definitiv der bisher anstrengendste Tag der Reise. Aber alles von vorne.

Kurz nach dem Frühstück, wie immer mit viel Eiervariationen, ging es zu Fuss los. Agatha die Ugandische Führerin, welche neben Englisch sechs der 42 Ugandischen Sprachen spricht, begleitet uns. Kompetent gibt sie während der Wanderung Auskunft über jedes Tier und jede Pflanze. Mit dabei immer das mehrere hundert seitige Vogelbuch und ihr Fernglas. So weiss sie zu erzählen, dass es in Uganda für jede Krankheit und jedes Wehwechen eine nützliche Pflanze gibt, so auch gegen Schlangebisse. Die Frage ob es denn hier Schlangen gebe beantworte sie mit ja. Ob es auch giftige gebe mit Zitat „sehr viele“. Ich denke immer wieder an die kleinen Kindern welche seit Kilometern barfuss neben uns her gehen.

Am Mutanda See angekommen besteigen wir je zu Zweit ein Dogout, ein Einbaum aus Eucalyptusholz. Je ein einheimischer Bootsführer rudert uns über die acht Kilometer lange Strecke. Wer will darf natürlich mitrudern. Ich habe nun Blasen an den Händen und das neue Trooenhemd ist bereits durchgescheuert. Trotzdem kein Vergleich was die Einheimischen mit Paddeln leisten. Mit dehnen hätten wir das Drachenbootrennen vor Jahren spielend gewonnen.

Auf einer kleinen Insel legen wir an. Als die schwarze Schlange im Dickicht vertrieben ist, dürfen wir „Mzungus“ auch aussteigen. Uns erwartet ein grausiger Anblick. In einer kleinen Höhle liegen duzenden menschlichen Gebeine welche zum Teil bereits mumifiziert sind. Wir erfahren, dass bis vor ca. dreissig Jahren die unverheirateten Mädchen welche schwanger wurden von den eigenen Eltern hierher verstossen wurden. Ein unvorstellbarer Gedanke.

Die Gedanken an die Verstorbenen begleitet mich noch die ganze Überfahrt bis ans Ende des Sees.

Von nun an ging es wieder zu Fuss weiter, dreissig Kilometer durch Agrarflächen immer wieder auf und ab. Auffallend viele Frauen bestellen hier die Felder. Wir erfahren, dass die meisten Männer sich in der Bar betrinken und erst auf das Abendessen zurückkehren, es dann oft zum Streit kommt. Das viele ein Alkohol Problem haben bestätigen auch die vielen leeren Plastiktüten von Banana Gin und Vodka welche überall verstreut auf dem Boden liegen. Uganda ist definitiv dreckiger als Ruanda.

Die brennend heisse Sonne hat sich hinter den Wolken verzogen und ich kann meine Kopfbedeckung abnehmen. Agatha sieht dies und gibt mir den Übernahmen „Silberrücken“ wegen meinen angegrauten Haaren. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich diesen Name zu hören bekomme. Schei.. drauf, ich steh zu meinem Alter, bin ich doch bei weitem nicht der Älteste in der Gruppe.

Mit Manfred, einem Österreicher aus Graz, verstehe ich mich besonders gut und erfahre erst heute, dass er am selben Tag wie ich Geburtstag hat. Was für ein Zufall.

Die Zeit drängt und es ist kurz vor dem Eindunkeln als wir eine Abkürzung einschlagen. Noch ein letztes Mal runter in einem Tal und wieder hoch zur Piste wo bereits vier Boda-Boda‘s (Border to Border) auf uns warten, Taxi Motorräder welche uns noch vor der Dunkelheit zur Lodge auf 2160 m.ü.M. bringen werden . Wir sitzen mit dem Fahrer zu dritt auf einem Motorrad, zusätzlich die Rucksäcke der Mitreisenden. In Uganda herrscht im Gegensatz zu Ruanda keine Helmpflicht. In zügigem Tempo geht es über die staubtrocke Piste. Man kann sich vorstellen wie sunsere Gesichter bei der Ankunft aussahen. Agatha meinte nur: Afrikan Make-up!

So freuen wir uns bei der Ankunft auf die warmen Waschlappen die uns gereicht werden und eine Dusche um den Körper vom Staub zu befreien.

Morgen kommt das Highlight der Reise. Der Besuch der Berggorillas.

02.02.2018 Nkoringo Bwindi Gorilla Lodge

Wir haben Glück, dass wir eine Gorilla Familie mit Affenbabys besuchen werden. Das bedingt aber eine halbstündige Autofahrt welche zusätzlich mit 50 $ zu Buche schlägt. Nach einem kurzen Briefing geht es los. Es können maximal acht Teilnehmer pro Tag zu einer Gorilla Familie. Von unserer Reisegruppe nehmen lediglich vier Personen am Gorilla Trecking teil. Zusätzlich gesellen sich noch ein 70 jährigiges Ehepaar aus Südafrika, er Professor in Biologie, sie ebenfalls mit Hochschulabschluss zu uns. Mit dabei ebenfalls eine Frau um die 60. Die Verbindung mit den Trackern welche die Gorilla Familie aufgespürt haben funktioniert nicht. Beim Funkgerät ist offenbar der Akku leer. Ein Mobilnetz steht auch nicht zur Verfügung. Geschlagene zwei Stunden warten wir am Rande des Jungles. Die Möglichkeit die Gorillas zu sehen liegt bei in Normalfall bei 99%. Wir dachten schon wir seien die ersten Touristen die die Affen nicht zu sehen bekommen. Der Guide versucht nun mit Zurufen Kontakt mit den Trackern aufzunehmen. Weit weg hört nan eine Antwort aus dem Wald. Ab jetzt geht es hinein in den Urwald. Unglaublich wie dicht, dunkel und steil der Bwindi Nationalpark ist. Zuerst geht es in eine steile Schlucht hinunter und dann über den Fluss. Das Wasser läuft mir von oben in die Schuhe. Sie sind eigentlich wasserdicht. Das heisst, das Wasser hinein läuft fliesst nicht mer ab. Es begleiten uns auch heute wieder bewaffnete Sicherheitskräfte. Vor Jahren wurden duzende Touristen im Bwindi Nationalpark von kongolesischen Tutsi‘s getötet. Die Grenze liegt nicht einmal einen Kilometer von uns entfernt.

Am Fluss angekommen, kommen uns endlich Tracker mit Macheten entgegen welche uns einen Weg frei schlagen. Von der anderen Talseite, weit weg hört man Rufe. Nach anderthalb Stunden und mehrerem auf und ab sind wir endlich am Ziel. Die Gorillas erwarten uns bereits. Das heisst, einer der Affen bemüht sich aus der Baumkrone aus zwanzig Meter hinab zu uns. Was für ein Anblick.

Das Tier kümmert sich kaum um uns und verspeist gemütlich ein paar Blätter. Auf einmal sin alle Augen auf den Silberrücken gerichtet welcher sich gemächlich aus der Baumkrone herablässt. Bald sind wir umzingelt von Berggorillas, das jüngste Tier gerade mal zwei Jahre alt. Die Affenfamilie ist seit 1991 gewöhnt an Menschen. Von den über dreissig Familien können nur zwei besucht werden.

Die Kleinen haben sichtlich Spass und tollen wie wild herum. Die Stunde die wir bei den Affen verbringen dürfen vergeht wie im Flug. Es steht ein langer beschwerlicher Rückweg vor uns. Wieder 90 Minuten durch Dickicht bis zur Strasse.

Der Rest der Gruppe erwartet uns sehnlichst bei der Lodge. Nach einer kurzen Dusche geht‘s ab in die Bar im nächstgelegenen Dorf. Endlich können wir vom Banana-Gin probieren. Feuchtfröhlich lassen wir diesen eindrucksvollen Tag ausklingen.

03.02.2018 Enjojo Lodge

Ich liege in einem Zelt auf Stelzen irgendwo im südlichen Teil des Queen Elisabeth Nationalpark. Der Reissüverschluss des Zeltes ist mit einem Vothängeschloss versehen um die Meerkatzen zu hindern nachts in meine Unterkunft zu gelangen. Wenn ich zur Toilette möchte gebe ich dem Ranger mit meiner Stirnlampe ein Zeichen, dass er mich begleiten kann. Wir sind in einem Löwen Reservat und darum ist Vorsicht geboten. Ich hoffe meine Blase hält das bis 05;30 Uhr aus, dann muss ich sowieso aufstehen um die morgendliche Safari nicht zu verpassen.

Es ist laut hier in der Savanne. Zwitschern, Zirpen und Pfeifen aus allen Richtungen. Es ist schon unglaublich, ich bin 1.5 Fahrstunden vom Regenwald entfernt in der staubtrockenen Steppe. Antilopen und einen Geier habe ich bereits zu Gesicht bekommen. Bis hier hin war es aber ein siebenstündiger Fussmarsch durch den Bwindii Regenwald. Zuerst durch lichten Wald, anschliessend durch dichten Primärwald. Immer begleitet durch zwei bewaffnete Militärs. Immer noch mit dabei ist auch Agatha unsere lokale Reiseführerin. Erst mussten wir aber Abschied nehmen von Angelika und Janos welche nach Indien weiterreisen werden.

Es ist unheimlich interessant was der Jungle alles her gibt. Eigentlich die Grundlage der Twa, der ursprünglichen Waldbewohner, wären sie nicht vertrieben worden. Agatha kennt jedes Tier, jede Pflanze und jeden Baum. Mahagoni, Jackfruit, spezielle Feigenarten, aber auch Tiere wie Rotschwanzaffen, Schmetterlinge, Meerkatzen und zwei Mal verschwindet eine grüne Mamba im Laub. Wir Männer lassen uns von den Viechern nicht abschrecken und nehmen ein kühlendes Bad im glasklaren Wasser unter einem Wasserfall. Was für ein Erlebnis. Baden im Jungle.

04.02.2018

Es ist besser, wenn ich die Tiere aufzähle welche wir heute nicht gesehen haben.

Um sechs Uhr in der Früh ging es bereits wieder los auf Pirsch. Das spezielle Safari Fahrzeug mit Hubdach ermöglicht uns eine perfekte Rundsicht für perfekte Bilder. Viriano‘s Sperberaugen finden jedes Tier in der Savanne. Am eindrücklichsten waren die Hippos im Grenzfluss zum Kongo. Verschiedene Affen und Antilopen sowie Elefanten bekamen wir aus nächter Nähe zu Gesicht. Leider sind da aber auch ein paar lästige Plaggeister in nächster Nähe. Die CC-Fliege ist hier weit verbreitet. Helle Kleidung ist Pflicht. Die Fliege überträgt den Erreger der Schlafkrankheit welche tödlich verläuft. Ein Impfstoff gibt es nich.

Aber die Pflanzenwelt und Vogelwelt hat einiges zu Bieten. Nach zehn Uhr müssen wir den Park bereits wieder verlassen. Am Nachmittag verschieben wir mit unserem Mercedes Sprinter in den Norden des Queen Elisabeth Nationalpark.

Da ich wegen einer Magenverstimmung Medikamente eingenommen habe, verschlafe ich den grössten Teil der Fahrt. Erst als Viriano anhält und seinen Blick nicht mehr von einem Baum lässt, bin ich aufgewacht.

Da hängen tatsächlich Löwen auf einen dicken Ast. Wie konnte er das nur sehen aus 400 m Distanz?

Wir übernachten in der Bush Lodge direkt am Kazinga Kanal welcher den Eduardsee mit dem Lake George verbindet. Mein Zelt steht direkt am natürlichen Kanal und zwanzig Meter von mir liegen die Flusspferde im Wasser. Permanent ist das „Grunzen“ der Tiere zu hören. Auf die Toilette darf man Nachts nur unter Begleitschutz da die Hippos in der Nacht durch das Camp zu den dahinter liegenden Futterplätze wandern. Bei Virianos Zelt war ein Nilpferd vorbei gekommen als er in der Nacht raus musste.

05.02.2018 Bush Lodge am Kazinga Kanal

Es geht mir wieder deutlich besser als gestern, so dass ich um 06:00 Uhr bereits aus meinem Zelt krieche. Es ist noch dunkel aber kein Flusspferd zu sehen.

Nach einer kurzen Autofahrt erreichen wir die 16 Km, 400 m breite und 40 m tiefe Kymbora Schlucht. Ein Paradies für Tiere aller Art. Verschiedene Affenarten, Schlangen, Krokodile, Elephanten und Hippos soll es dort geben. Wir sind hauptsächlich wegen den Schimpansen hier und bekommen auch einige Exemplare zu sehen. Man kommt sich vor wie in der Masoalahalle. Erst noch steppenartige Landschaft am Rande der Schlucht und dann tiefster Regenwald unten am Fluss.

Die Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal am Nachmittag übertrifft alles was wir an Tieren bis jetzt gesehen haben. Sozusagen eine Flussfahrt durch einen mehrere Kilometer langen Zoo. Die Tiere kommen hier zur Tränke. Auch die hier seltenen Krokodile bekommen wir aus nächster Nähe zu Gesicht.

Nach dem Nachtessen begleitet mich wie immer ein Ranger, ausgerüstet mit Taschenlampe, zu meinem Zelt. Der Eingang liegt auf der Gegenüberliegenden Seite zum Fluss gerichtet. Kaum habe ich mich für den Begleitservice bedankt, stehe ich fünf Meter vor einem etwa kuhgrossen Tier. Das Herz rutscht mir fast in die Hose. Blitzartig bin ich beim Beschützer mit Taschenlampe. Im Schein der Lampe erkenne ich ein junges Hippo. Sofort kommen mir die grosse Anzahl tödlich verlaufenden Flusspferd-Angriffe in den Sinn welche auch heute noch im Park zu verzeichnen sind, hauptsächlich Fischer welche am Kazinga Kanal leben. Ich gehe doch lieber zuerst zur Toilette. Ausgerechnet heute muss ich in der Nacht dringend zur Toilette. Eine Zeit lang kann ich dem Druck widerstehen doch es hilft nichts. Ich reisse allen Mut zusammen und öffne vorsichtig den Reissverschluss des Zeltes. Zum Glück ist der Wachmann gleich zur Stelle. Doch nun bin ich schon mit der nächsten Gefahr konfrontiert. Jemand hat in beiden Toiletten das Licht brennen lassen und die Türen stehen weit offen. Es wimmelt nur so von CC-Fliegen und Moskitos. Das Glück nur, dass die Insekten blaue und schwarze Flächen bevorzugen, das rettet wortwörtlich meinen weissen Arsch.

06.02.2018 Bush Lodge am Kazinga Kanal

Wir verlassen heute den ostafrikanischen Grabebruch Richtung Mbarara. Obwohl der heutige Tag nur der Verschiebung mit dem Auto dient, ist die Fahrt durch Teeplantagen und Dörfer sehr interessant. Die Zeit im Fahrzeug wird auch immer wieder für den kulturellen Austausch zwischen Deutschland, Spanien, Österreich, Indien und der Schweiz genutzt. Für die Verpflegung während der Radttage halten wir noch an einem Strassenmarkt und kaufen frisch Früchte wie Papaya’s, Ananas und Bananen.

Da wir unbedingt noch das örtliche Starkbier Eagle probieren möchten, steuert Viriano unser Fahrer, zielstrebig einen kleinen Laden an. Heute können wir nicht mit dem Fahrzeug bis vor die Lodge fahren. Darum wird das Gepäck auf zwei Motorräder verladen und wir nehmen das Letzte Stück zu Fuss in Angriff

06.02.2018 Eagles Nest

Es ist so, wie es sich anhört. Hoch oben über dem Mburo Nationalpark tront die Lodge mit wunderbarem Blick auf den gleichnamigen See. Eine richtige Vorfreude auf die bevorstehenden Radtage in der Savanne. Schon jetzt kann man grössere Tiere von blossem Auge erkennen.

07.02.2018

Heute lerne ich Desmond Tutu kennen. Nein, nicht den berühmten schwarzen Bischof, sondern mein knall gelbes Fahrrad, welches mich die nächsten drei Tage begleiten wird. Weil alle Mieträder gleich aussehen, hat man ihnen Namen von afrikanischen Persönlichkeiten gegeben.

Mitten durch die Savanne mit dem Fahrrad neben Giraffen, Zebras und Warzenschweinen macht schon riesig Spass. Nicht selten kreuzen die Tiere die Strasse nur wenige Meter vor uns. Nur den einzigen Löwen im Park bekommen wir nicht zu Gesicht. Seine Spuren im Sand sind aber deutlich zu erkennen. Während einer kurzen Pause wird eine frische Ananas aufgeschnitten und Schweizer Schokolade verteilt. Das Mittagessen nehmen wir im Nationalpark direkt am Lake Mburo ein. Der Fisch ist etwas zu stark frittiert, schmeckt aber super. Früh checken wir im Hotel ein und der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Endlich wieder Internet was hier selten oder sehr langsam ist.

08.02.2018 Sky blue Layantonde

Die heutige Fahrradtour füht uns etwas mehr als 30 Kilometer über Piste durch kleine Dörfer. Eine ganz andere Erfahrung hier Rad zu fahren. Die Strassen sind staubig, denn es hat seit Tagen nicht mehr geregnet. Trotzdem sind die Pisten ausgewaschen und voller Löcher und Furchen. Am Rand liegt feiner Sand, welcher Prompt einer Teilnehmerin zum Verhängnis wird. Zum Glück führt der Sturz nur zu einer Schürfwunde am Knie. Die Bevölkerung hat sichtlich Freude an den Mzungus. Das Fahrrad dient hier nur als Transportmittel und nicht als Sportgerät. Es werden damit Kiloweise Bananen, Bretter, Möbel, Brennholz und Wasserkanister transportiert. Natürlich ohne Gangschaltung. Die heutige Unterkunft ist sehr einfach, liegt aber direkt am See. Obwohl das Wasser Bilarziose frei ist, lädt der See nich zum Bade ein. Zu braun ist das Wasser und es weht ein heftiger Wind. So wird der Körper eben in der Dusche vom Staub befreit. Aber vorher gibt es natürlich noch ein Ankunfts Bier.

09.02.2018 Lake Nabougabu

Dies war bis jetzt die einfachste Unterkunft. Typisch afrikanisch halt. Nur kaltwasser Dusche und kaum Licht beim Essen. Vielleicht auch besser so. Am Morgen war dann der Stom ganz ausgefallen und wir mussten im Schein der Stirnlampen das Frühstück einnehmen. Richtig gelesen, es war noch stockdunkel und dementsprechend früh am Morgen. Wir wollen die Fähre zu grössten der Ssesee Inseln namens Buggala Insel nicht verpassen. Niemand weiss wann sie fährt, denn sie hat keinen Fahrplan. Unser Reiseleitung meint aber, dass die Chancen um acht am besten seien. Als Alternative für die Überfahrt nach Ssesse kämen nur Fischerboote für uns und die Räder in Frage. Pünktlich um 08:00 Uhr legt die Fähre ab, mit unserem Tourbus als zweitletes Auto an Bord. Schwein gehabt. Wir wollen die gesamte Insel mit dem Fahrrad durchfahren eine 35 Km lange Strecke wieder auf Piste. Nach 25 km setzt jedoch starker Regen ein. Wiir verziehen uns ins Begleitfahrzeug und hören Ugandische Musik. Leider müssen wir die schöne Radtour hier abbrechen weil die Piste stark verschlammt und mit dem Fahrrad unpassierbar wird. Zudem drängt die Zeit zum Mittagessen in unserem Hotel direkt am Viktoriasee, dem zweitgrössten Süsswasser Reservoir der Erde. Trotzdem war der erste Teil der Strecke interessant. Vorbei an Ananas und Palmöl Plantagen. Immer wieder mal kreuzen Affen unseren Weg. Das heutige Hotel steht in grossen Gegensatz zu dem von gestern. Eine richtig noble Lodge. Wir getrauen uns kaum die gereichten warmen Tücher zu benutzen. Sie färben sich rot vom Staub des Tages.

Zum Nachtessen gib es ein Barbecue direkt am Strand.

10.02.2018

Heute geht die Fähre von Kalangala nach Entebbe. Viriano hat das Fahrzeug bereits an der Anlegestelle platziert um sicher einen Platz an Bord zu haben. Die Zeit an Bord verbringe ich mit diskutieren unter anderem mit einer Ugandischen Familie, fotografieren und Musikhören. Die Fahrt dauert zweieinhalb Stunden. Wir überqueren dabei wieder den Äquator von Süd nach Nord. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen direkt am Hafen ist die offizielle Reise zu Ende. Wir werden aber alle noch zu unseren unterschiedlichen Hotels gebracht. Ein schmerzhafter Abschied steht bevor. Waren wir doch zwei Wochen ein eingeschweisstes Internationales Team vertreten aus Deutschland, Österreich, Spanien, Ruanda und Uganda

Vielen Dank an alle Teilnehmer und vor allem das Uganda Trekking Team für die perfekt organisierte und abenteuerliche Reise durch Ostafrika.